Adler Rauxel ist Deutscher Meister 2026
Die Korfballer des KV Adler Rauxel gewannen das Regionalliga-Finale gegen den Schweriner KC nach Golden Goal mit 19:18. Foto: Jens Lukas
"Adler sollen fliegen!" Der Hit der Gruppe PUR aus dem Jahr 2000 schallte am Sonntag, 10. Mai, gegen 19 Uhr durch die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule in Castrop-Rauxel. Den Text sangen die Korfballerinnen und Korfballer sowie ihre zahlreichen Fans nach dem 19:18-Sieg im Endspiel der Regionalliga-Saison gegen den Schweriner KC. Die Adler krönten sich zum Deutschen Meister 2026.
Höhepunkt des mega-spannenden Finales war der Siegtreffer von Nationalmannschaftsspielerin Johanna Treffts. Nachdem es nach regulärer Spielzeit 18:18 gestanden hatte, gelang ihr das Golden Goal zum Triumph. Sie setzte den Ball nach einem Freiwurf, den sie im Doppelpass mit Henning Schmidt ausführte, in die in 3,50 Meter Höhe hängende Plastik-Reuse. Danach kannte der Jubel aller in Blau und Gelb gekleideten Sportler und Anhänger keine Grenzen. Wohl über 400 Fans hatten auf der Tribüne der WBG-Sporthalle für eine enorme Kulisse und auch Stimmung gesorgt.
Per Freiwurf markierte Johanna Treffts (r) hier das Golden Goal für den KV Adler Rauxel. Foto Jens Lukas
Der eigens für das Finale aus den Niederlanden angereiste Ex-Nationalmannschafts-Trainer und Ex-Schwerin-Coach urteilte nach der regulären Spielzeit: "Es ist kein Finale auf einem spielerischen Top-Niveau. Dafür ist es aber ein intensives Kampfspiel."
Fünf Minuten vor dem Ende des Spiels hatte es noch so ausgesehen, als ob der Schweriner KC ihren vor einem Jahr durch ein 20:18 gegen den TuS Schildgen gewonnenen Meister-Titel hätten verteidigen können. Mit einem Doppelpack hatte nämlich Lucas Witthaus von 14:14 auf 16:14 für den SKC gestellt. Zu diesem Zeitpunkt gelang Rauxel nicht viel. Im Gegenteil: Durch leichte Ballverluste servierte das Team von Trainer Stefan Strunk den Schwerinern gar Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen.
Danach wuchs die Rauxelerin Julia Strach über sich hinaus, die bis dahin mit ihren Würfen glücklos geblieben war. Sie steuerte zwei Körbe zur Wende bei, die nach weiteren Treffern von Madeline Gust und Annika Fernow im 18:17 von Strach mündeten. Danach war das Spiel aber noch nicht zu Ende. Denn Lea Heinzel traf für den SKC eine Minute vor dem Schlusspfiff des Schiedsrichters Jan Weber-Winkels (KC Grün-Weiß) zum 18:18.
Das Duell der beiden besten Korfball-Mannschaften begann mit einer Überraschung. Denn Der Schweriner KC setzte sich mit 4:0 durch Körbe von Lucas Witthaus, Dag-Björn Hering, Florian Fischer und Pascal Weckendrup ab. Da waren die Adler-Männer nicht auf der Höhe. Johanna Treffts konnte immerhin den ersten Rauxeler Treffer zum 1:4 markieren. Mit einem Team-Timeout versuchte ihr Coach Stefan Strunk direkt danach, sein Team neu zu einzustellen. Zunächst ohne Erfolg: Schwerin zog auf 6:2 davon.
Danach stellten die Adleraner zum ersten Mal in dieser Partie ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis. Sie wendeten zum 7:6 das Blatt und lagen danach sogar mit 11:7 in Front. Mit zwei Körben in Serie reparierte Florian Fischer aus SKC-Sicht den Schaden zumindest zum 9:11 zur Halbzeitpause.
Schwerin glich zu Beginn des dritten Viertels zum 11:11 durch Treffer von Hannah Heilmann und Lucas Witthaus aus. Mit dem 14:13 durch Pascal Weckendrup gelang es dem SKC erstmals wieder in Führung zu gehen. Fortan sah es gut aus für Schwerin. Das Glück verließ den Titelverteidiger dann allerdings in der Extra-Time, als mit Ballbesitz die erste Chance auf das Golden Goal nicht verwertet werden konnte - und dann traf Johanns Treffts.
Die Gastgeber-Rolle am Endspieltag spielte der KC Grün-Weiß aus Ickern hervorragend. Für alles war gesorgt und funktionierte in der Organisation sehr gut.
